

HC Einsiedeln – SG Meilen/Erlenbach 31:32 (15:16)
Es gibt Spiele, bei welchen man sich am Schluss in die Augen schaut und die Welt nicht mehr versteht. Geschehen am vergangenen Samstag. Der HCE spielte mit Tempo und Dynamik im Angriff und in der Deckung mit Hang zu Emmentaler Käse. Der Gast aus Meilen spielte unaufgeregt, langsam und mit wenig Dynamik. Am Schluss durfte man mit dieser Taktik gar beide Punkte aus dem Klosterdorf entführen. Zurückzuführen auf eine Deckung welche diesen Namen nicht verdient.
In der ersten Halbzeit verlief das Spiel sehr ausgeglichen. Auf der einen Seite der HCE, welcher bemüht war mit Tempo einen Vorsprung herauszuspielen und auf der anderen Seite ein Gegner, welcher sich in der Startphase auf die einfachen Tore von Schuler verlassen konnte. Der HCE reagierte und wechselte sein System in der Verteidigung auf eine offensivere Variante. Dies nahm zwar Schuler die freien Räume, ermöglichte aber auf den anderen Positionen mehr Platz, was auch ausgenützt wurde. Schon in der ersten Halbzeit erhielt der HCE Tore, welche zur aktuellen Lage passt. Abgelenkte Schüsse fanden den Weg ins Tor, Torhüter welche an den Bällen dran waren um dann doch den Ball aus dem Tor zu fischen, oder aber verdeckte Abschlüsse mitten aufs Tor. Höhepunkt war ein Abschluss bei welchem eigentlich alle damit gerechnet hatten, dass der Ball dem Torhüter gehört, um dann mit einem Dreher doch noch ein Tor zu erhalten. Im Angriff zeigte der HCE eine ansprechende Leistung. Immerhin gilt der HC Meilen als Team, welches seine Stärken hauptsächlich in der Verteidigung hat. Bemerkt hat man davon allerdings nicht gerade sehr viel, dafür war der Angriff des HCE zu beweglich und agil. Die logische Konsequent war ein knapper Rückstand zur Pause. Vielleicht war es die falsche Entscheidung, aus taktischen und trainingstechnischen Gründen in der ersten Halbzeit mehrheitlich auf Bösch und Hählen zu verzichten. Nicht mal unbedingt wegen der Spielstärke der beiden, sondern vielmehr als falsches Zeichen an die Mannschaft. Gut möglich, dass man sich seiner Sache zu sicher war.
In der Pause versuchte man sich die bestehenden Probleme in der Deckung anzunehmen und wies vehement darauf hin. Die zweite Halbzeit glich der ersten. Der HCE machte weiterhin viele einfache Tore. Der Gegner mühte sich mehrheitlich ab, fand dann aber, dank gütiger Mithilfe der HCE-Verteidiger mit Konzentrationsschwächen, eine Lücke und liess sich diese Chancen nicht nehmen. Der HCE steigerte sich im Verlauf der zweiten Halbzeit und ging mit drei Toren in Führung. Diese Führung konnte man eine Weile halten. Der mentale Bereich ist allerdings im Moment nicht gerade als Stärke zu bezeichnen. Anstatt vehement weiter zu marschieren, kam nun die Blockade. Die SG Meilen/Erlenbach liess sich nicht zweimal bitten und glich das Spiel wieder aus. Schlimmer noch, man ging mit zwei Toren in Führung. Der HCE verschoss in der entscheidenden Phase Gegenstösse, oder lief diese gar falsch. Ein verschossener Siebenmeter brachte dann auch keine Sicherheit zurück, sondern liess den HCE noch mehr unter Druck geraten. So kam es wie es kommen musste. Der HCE erzielte kurz vor Schluss den Anschlusstreffer. Es waren noch ein paar Sekunden zu spielen. Prompt verlor die SG den Ball und überliess dem HCE den letzten Angriff. Ein Gegenstoss, welcher wohl zum Tor geführt hätte, wurde aber völlig unnötig von den beiden Schiedsrichtern abgepfiffen. Einen Grund gab es dafür nicht, passt aber zur momentanen Lage. Der letzte Freistoss brauchte keinen Torerfolg ein, was schlussendlich eine völlig unnötige Niederlage besiegelte.
Nun konnte man sich also verdutzt die Augen reiben. Man hat es fertig gebracht gegen einen wahrlich nicht übermächtigen Gegner zwei Punkte zu verspielen. Dass dafür wiederum eine grandiose Mischung von ausgelassenen Chancen, schwachen Torhütern, miserablem Deckungsverhalten und unglücklich agierenden Schiedsrichtern gespannt wurde, macht die Geschichte auch nicht besser. Wenn man als Spieler im Gegenstoss von der Seite gerempelt wird, aber nur einen Vorteil des Abschlusses erhält, dann muss man sich schon Fragen stellen. Da der HCE am besagten Abend aber in der Deckung so schwach agierte, sollte der Fokus auf die eigenen Schwächen gelegt werden. Der HCE braucht dringend ein Erfolgserlebnis, egal wie man spielt.
Der HCE kann sich mit dieser Niederlage vorläufig von den Träumen eines Spitzenplatzes verabschieden. In zwei Wochen folgt das schwere Auswärtsspiel gegen den HC Dübendorf. Eine Mannschaft welche ebenfalls nicht für ein übermässig hohes Tempo bekannt ist, aber aus dem Positionsangriff heraus über Stärken verfügt. Es gilt jetzt die Lehren aus diesem misslungenen Saisonstart zu ziehen. In den letzten Jahren startete der HCE meistens gut in die Saison um dann in ein Loch zu fallen. Es wäre dem Team zu wünschen, wenn es in dieser Saison umgekehrt ist.
Sporthalle Einsiedeln – 100 Zuschauer
HC Einsiedeln: André Kläui / Roger Schönbächler; Christoph Bingisser (2 Tore), Markus Bösch (7), Umberto Emanuele (1), Kevin Frei, Flavio Hählen (1), Thomas Kälin, Mike Koch, Christian Maag (5), Claudio Meier (2), Oliver Ochsner, Erich Schönbächler, Christoph Tschannen (13)
Bemerkungen: HCE mit 2 x 2 Minuten-Strafe
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