

HC Einsiedeln – HC KZO Wetzikon 36:32 (14:13)
Das letzte Saisonspiel widerspiegelte für den HCE die ganze Meisterschaft. Auf Seiten des Gegners liefen sämtliche Protagonisten auf, dies obwohl die erste Mannschaft der Wetziker mitten im Abstiegskampf steckte. Der Schweizer Handball-Verband hatte da für den HCE zu früh gemeldet, dass keine Abstiegsgefahr mehr herrscht, da sich ein Team aus der 1. Liga zurückziehen würde. Das hiess also, wie immer wenn der HCE spielt, dass man auf einen starken Gegner treffen würde. Man muss sich hier schon fragen, weshalb man mit solchen Meldungen in den Meisterschaftsbetrieb eingreift.
Bilder zum Spiel von pixellabor.ch
Wie auch immer. Die Zielsetzung für den HCE blieb auch so die gleiche. Ein Sieg mit zehn Toren Unterschied musste geschafft werden, damit man die Playoffs noch erreichen würde. Untermauert wurde dieses Vorhaben in der Startphase mit der wohl schnellsten Flügelzange der Liga. Claudio Meier und der ebenfalls sehr junge Dave Trütsch setzten mit ihrer Schnelligkeit den Gegner ab der ersten Sekunde unter Druck. Mehr noch, die Angriffspower des HCE, war für die Zürcher schlicht zu gross. Wiederholt wussten sie sich nur noch mit unerlaubten Mitteln zu helfen, was sie immer wieder in Unterzahl brachte. Diese wurden vom HCE mehrheitlich gut ausgenutzt. Nachdem das Spiel in den ersten Minuten mehrheitlich ausgeglichen war, zog der HCE nach zwanzig Minuten auf fünf Tore Unterschied weg. Der Fahrplan stimmte also zu diesem Zeitpunkt, und machte Hoffnung auf mehr. Die letzten Minuten der ersten Halbzeit waren dann allerdings der Knackpunkt für den HCE. Anstatt das Tempo ein wenig zu reduzieren und den Vorsprung mit in die Pause zu nehmen, übertölpelte sich der HCE mit einer erhöhten Fehlerquelle und zu wenig Kopfarbeit in der Deckung. Wetzikon holte auf und konnte den Rückstand auf ein Tor zur Pause reduzieren. Im Nachhinein betrachtet war dies wohl die Entscheidung zu Ungunsten des HCE.
Nach der Pause hatte der HCE nichts mehr zu verlieren. Man versuchte mit einem Feldspieler anstelle des Torhüters zusätzlichen Druck auszuüben, was auch gelang. Die Angriffe des HCE wurden nun immer kürzer, blieben aber auch zu einem grossen Teil erfolgreich. Der Gegner liess sich aber nicht unterkriegen und blieb am HCE dran. Die Verteidigung der Einsiedler stand an sich nicht schlecht, musste aber einige sehr unglückliche Tore in Kauf nehmen. Immer wieder erhöhten die Einsiedler das Skore, um aber im Gegenzug wieder ein Tor zu erhalten. Man konnte die Wetziker einfach nicht abschütteln. Inzwischen flog mit Baumgartner einer der wichtigsten Einzelspieler des Gegners mit der dritten Zeitstrafe vom Platz. Damit ergab sich beim HCE noch einmal ein wenig Hoffnung. Als dann auch noch Hess mit einer harten Aktion am Rande des Platzverweises agierte, stiegen die Emotionen wieder hoch. Diese Aktion hatte allerdings überraschenderweise keine Konsequenzen. Die Einsiedler gaben aber nicht auf und kämpften weiter um jeden Ball. Auch wenn mit jeder gespielten Sekunde der Glaube an den Kontersieg schwanden. Immerhin hatte man im Hinterkopf den Sieg, musste man sich doch für die lächerliche Niederlage vor drei Wochen revanchieren. Inzwischen musste Spielmacher Emanuele nach einer Attacke von Bonadimann mit einer Platzwunde in den Spital gefahren werden. All diese Aktionen steigerten natürlich die Emotionen. Nach rund zwanzig Minuten in der zweiten Halbzeit durfte sich dann auch noch Trainer Tschannen einen überharten Platzverweis einfangen, was das Team zusätzlich schwächte, seine notabene erst zweite rote Karte in sechs Jahren als Coach. Hier muss man sich als Unparteiische schon auf der sicheren Seite fühlen und nicht unnötig ins Spielgeschehen eingreifen. Man erreichte damit nur ein unnötiges im Zentrum stehen. Um so mehr, da sich auch der gegnerische Trainer in keiner Phase zurückhielt. Das Team liess sich aber auch durch diese Aktionen nicht aus der Ruhe bringen und schaukelte den Sieg nach Hause. Immerhin konnte man sich damit revanchieren und auch ein Zeichen setzen. Der HCE zeigte eine gute, aber leider keine sehr gute Leistung.
Abschliessend darf man von einem sehr guten und attraktiven 2. Liga Spiel reden, welches mit dem HCE den verdienten Sieger fand. Um den angestrebten 10-Tore-Sieg einzufahren, war die Arbeit in der Deckung leider zu wenig gut. Bereits im Vorfeld wusste man, dass ein Sieg in dieser Höhe nur über eine sehr gute Abwehr zustande kommen könnte. Dies missriet.
Dieses Spiel zeigte einmal mehr, weshalb der HCE ganz vorne in der 2. Liga anzutreffen ist. Leider fehlte auch in diesem Spiel Shooter Markus Bösch auf der rechten Angriffsseite. Dafür zeigte der in der Schlussphase der Meisterschaft wieder anwesende David Ochsner, dass man mit ihm im Rückraum einiges unberechenbarer auftreten kann und wird.
Mit dieser Niederlage liegt der HCE auf dem dritten Platz. „Dank“ dem schlechteren Torverhältnis gegenüber der Foxes muss man sich damit zufrieden geben. Das „vom Platz laufen“ des HC TSV Meilen Anfang Saison bescherte den Foxes einen hohen Forfait-Sieg. Das Haar in der Suppe zu suchen, bringt jetzt aber nichts mehr. Über eine ganze Saison gesehen hätte der HCE es sicher verdient auf einem der ersten beiden Plätze zu liegen. Auf der anderen Seite hätte es dafür nur eine Leistung wie am Samstag gebraucht, dann würde man sich nicht über das Torverhältnis unterhalten, sondern darüber, wer in der Tabelle auf Platz 2 und 3 liegt. Denn es war definitiv mehr möglich. Wer allerdings gegen die Teams in den hinteren Regionen so viele Punkte abgibt, der muss sich vielleicht auch bezüglich mentaler Einstellung Gedanken machen. Denn gegen den Gruppenersten und – zweiten holte man in vier Spiele von acht Punkte, deren sieben. Dies und nur dies zeigt die Stärke des HCE, wenn es darauf ankommt.
Sporthalle Einsiedeln – 200 Zuschauer
HC Einsiedeln: Ben Hensler (1. – 40.) / André Kläui (41.-60): Umberto Emanuele (4), Hählen Flavio (1), Thomas Kälin, Christian Maag, Meier Claudio (8), David Ochsner (2), Oli Ochsner, Erich Schönbächler (4), David Trütsch (1), Christoph Tschannen (16/4)
Bemerkungen: HCE mit 7x 2 Minuten-Strafen
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